Die Entstehung des Horner Bades ist dem Gastwirt Wilhelm Hägermann zu verdanken. Nachdem die unbefestigten Ränder des ersten Bades nach und nach verschilften, wurde das Bad 1933 renoviert. Trotz tatkräftiger Unterstützung des Baus durch Horner Bürger, den Turnverein Eiche-Horn konnte Hägermann das Bad nicht halten und verkaufte es mit der Gaststätte an Fritz Grobbrügge. 
Das besondere am Horner Bad ist die Verwendung von solehaltigem Grundwasser, das heute mittels einer Pumpe in die Becken befördert wird. Dadurch sind weniger Chlor-Zusätze notwendig und das Wasser des Horner Bades verfügt über eine besondere Heilwirkung.

1930
Erste Bilder zeigen das Horner Bad vor der Renovierung im Jahre 1933.

1933
Eröffnung des Horner Bades
Das renovierte Horner Bad wurde am 2.7.1933 mit einer 100m langen Bahn eröffnet. Das Wasser war moorig und die Ufer mit dichtem Schilf bewachsen. Trotzdem wurde es von den Hornern häufig benutzt. Von den Schwimmern der ersten Stunde wird berichtet, dass man nach der Nutzung des Bades dreckiger herauskam als man in das Wasser hinein gegangen war. Besonders auffallend und beliebt waren die braunen "Bärte", die das Moorwasser über den Lippen hinterließ. Die Horner Kinder fuhren ein kurzes Stück mit der Bahn und sprangen beim Bad ab, oder schwammen mit Jan Reiners, der langsam schnaubend den Anstieg zur Autobahnbrücke erklimmen musste, um die Wette.

BadHorn (Small).jpg (36744 Byte) Horner Bad 1935-2.jpg (877105 Byte) Horner Bad 1935-1.jpg (787793 Byte) Horner Bad mit Jan Reiners.jpg (827600 Byte) Sprungturm (Small).jpg (40327 Byte)

1935
 Im Jahre 1935 übernahm Fritz Grobbrügge die Gaststätte und das Bad

FritzGrobbruegge.jpg (114986 Byte)

 

Nach 1945
Was vom Horner Bad nach dem Kriege übriggeblieben war, war nicht mehr und nicht weniger als ein Badeteich, der sehr schnell wieder begann zuzuwachsen. Da aber die Freunde des Bades auf alle Fälle weiterbaden wollten, musste der Kampf gegen Bewuchs und Algen wie in früheren Zeiten wieder aufgenommen werden. (H. Weihusen in "Der Horner 2/1983)

Im Gegensatz zu heute gab es in der Nachkriegszeit nicht nur eine Sommer- sonder auch  eine Wintersaison, in der das Horner Bad zum Schlittschuhlaufen genutzt wurde. Hier trafen sich die Kinder aus dem Vorstraßengebiet; trotz der schlechten Versorgungslage gehörten die Schlittschuhe zur Grundausstattung der Horner Jungs und Mädels.


Fotos: G. Schade, J. Behnken (1954)

In der Besucherzählung des Jahres 1953 ist es nicht erwähnt, da es sich noch nicht im Besitz der Bremer Bäder GmbH befand; siehe 1957. (Weser-Kurier September 2003: vor 50 Jahren)

Nur 830 000 gingen baden

„Der Sommer 1953 hat wie sein Vorgänger 1952 einen Strich durch die Rechnung der Gesellschaft für öffentliche Bäder gemacht. Während Direktor Adolf Jung vom 15. Mai bis 15. September über eine Million Besucher erwartet hatte, registrierten die Bademeister in den sieben Sommerbädern der Gesellschaft nur 830 000... Die meisten Besucher hatte das Wallerseebad mit 260000, vor dem Stadionbad mit 155 000 und dem Hemelinger Bad mit 100 000. Im Heidbergbad sprangen 90 000 Menschen in die Fluten, im Bad Schönebecker Sand 80 000, in Arbergen 75 000, in Grambke 70 000." 
                                                                                                          (26. September 1953)

Dokumente/Presseartikel/Badbesucher1953

 

1956

Zukunft von Solbad Horn wird beraten
In einer Aufsichtsratssitzung wird sich heute die Gesellschaft für öffentliche Bäder mit dem Projekt Bad Horn befassen. Das noch in Privatbesitz befindliche Schwimmbad in der Vorstraße ist von der Natur durch eine gehaltreiche Solquelle begünstigt Die Heilwirkung dieser Quelle kann aber solange nicht voll ausgenutzt werden, wie das Bad nicht entsprechend ausgebaut ist. Die Kosten dafür kann der gegenwärtige Besitzer aber niemals aufbringen. Bereits seit Jahren ist der Beirat des Ortsamtes Horn-Lehe bemüht, ihn für einen Verkauf und die Stadtgemeinde für den Ankauf dieses auch landschaftlich ungewöhnlich schön gelegenen Bades zu interessieren. Nach einer Analyse empfahl der Leiter des Balneologischen Instituts Bad Nenndorf, Dr. Evers, das bereits vorhandene Schwimmbad mit der Sole der Quelle zu füllen, um so ein Sole-Freiluft-Schwimmbad zu schaffen. Es sei zweckmäßig, die Solbäder hei der kindlichen Skrofulose und auch bei rheumatischen Leiden anzuwenden. Dies sei die einzige Solquelle Nordwestdeutschlands" 

(W-K 26 September 1956)

 

1957

Der Bürgerverein fordert:

Horner Bad muss ausgebaut werden
Recht eindringlich wurde von der Versammlung die Forderung erhoben, den Ankauf des Horner Bades durch die Gesellschaft für öffentliche Bäder unverzüglich durchzuführen ohne Rücksicht darauf, ob im Augenblick die Mittel für einen Ausbau vorhanden sind. Auch die bremische Tagespresse hat dieses Anliegen als das wichtigste der Versammlung stark herausgestellt. So schrieb der "Weser-Kurier" u. a.: Wer garantiert uns denn, daß nicht eines Tages dem jetzigen Besitzer über die Verhandlungstaktik der Gesellschaft der ,Kragen platzt', er einen Stacheldrahtzaun um das Bad zieht und Karpfen züchtet. Für die Bevölkerung in Horn-Lehe und Schwachhausen wäre dann dieses Bad mit einer anerkannten Solquelle ein für allemal verloren." Für die Schule bedeutet das Horner Bad als ideales Lehrbad ebenfalls sehr viel. Der Bürgerverein wird sich bei allen in Frage kommenden Stellen dafür einsetzen, daß die Verhandlungen über Ankauf und Ausbau des Bades schnell zu Ende gebracht werden-

"Das Horn" Mitteilungsblatt des Bürgervereins Horn-Lehe, Mai 1957

Bürgerschaft bewilligt der Bremer Bäder GmbH statt der erhofften 500 000 DM nur 200 000 DM. 

Was wird aus dem Horner Bad?
Um das Horner Bad zu einem wirklich allen Anforderungen gerecht werdenden Freiluft- und Schwimmbad auszubauen, sind seit einiger Zeit Verhandlungen aufgenommen, die eine Über­eignung des Bades an die bremische Gesell­schaft für öffentliche Bäder zum Ziel hat. Diese wollte dann den Ausbau des Bades vornehmen. Leider hat die Bürgerschaft von den für diesen Zweck veranschlagten 500 000 DM einstweilen nur 200 000 DM bewilligt. Es muss daher als wahrscheinlich angenommen werden, dass ohne Rücksicht auf die weitergehenden Verkaufsverhandlungen der Badebetrieb dieses Sommers wie bisher weitergeführt werden muss. Unsere Wünsche für das Horner Bad müssen daher ebenfalls noch zurückgestellt werden. 

(Unser Horn April 1957)

 

Horner Bad wird ausgebaut

„Frohe Kunde für alle Badefreunde in Horn und Umgebung: Das am 1. Juli 1933 an der Vorstraße eröffnete Horner Bad, das sich in Privathand befindet, geht in die Regie der Gesellschaft für öffentliche Bäder über! Die für den Ausbau erforderlichen Mittel -erste Baustufe - sollen im nächsten Haushalt bereitgestellt werden. Damit unterstehen der Gesellschaft dann 16 bremische Sommerbäder." 

Weser-Kurier 31. August 1957

1958

Nach der Übereignung des Bades an die Gesellschaft für öffentliche Bäder begann diese, das Bad auszubauen, und so entstand in knapp zwei Jahren eine moderne Schwimmanlage, wie wir sie heute noch vorfinden. 1958 begannen die Neubauarbeiten. Der Grundriss blieb im wesentlichen wie beim früheren Bad. Ein Flachbecken, etwa 65 m lang, wurde durch eine Trennmauer vom Sportschwimmbecken getrennt. Dieses erhielt acht Schwimmbahnen von 50 m Länge, dazu eine seitliche Ausbuchtung, um quer zu den Schwimmbahnen ein Wasserballfeld aufzunehmen. Eine kleine Sprunganlage konnte leider nicht mitgebaut werden, weil die Grundverhältnisse eine Vertiefung auf 2,50 m nicht zuließen.

1960 

Zu Pfingsten 1960 wurde das umgebaute Bad eingeweiht. Die beiden ersten Tage brachten einen Besuch von 10 200 und 10 600 Badegästen. Inzwischen hat sich das Bad einen festen Stamm von Besuchern erworben, an sonnigen Tagen sind es etwa 8000. Mit der Neueröffnung übernahm  der neue Bademeister Günter Steinhöfel mit viel Engagement die Leitung des Bades.

1961

Ausbau der Straße zum Horner Bad und Schaffung von 92 Parkplätzen und Abstellmöglichkeiten für 925 Fahrräder. (Wümme-Zeitung 20.5.1961)

1964

Im Horner Bad wird z. Zt. noch an der Auslegung des flachen, Beckens mit Fliesen gearbeitet, so dass die Eröffnung sich noch etwas verschiebt.
(Wümme-Zeitung 22.5.1964)
Die Ostbremer Rundschau meldet am 21.5.65, dass das Bad mit einem Kachelbelag ausgestattet wurde

1966
Badespaß für Jung und Alt

1967
Seit 1967 sind sie dabei: die Horner Nixen.
Das Horner Bad wird mit einer Flutlichtanlage ausgestattet, die Liegefläche des Bades erweitert. (OBR 29.3.1968)


Die Horner Nixen mit dem damaligen Badleiter Steinhöfel

1973  
Die Filteranlage, die Warmwasseranlage, des Planschbecken und die Erweiterung der Außenflächen sollen vorangetrieben werden. (OR 12_73)

1976

Noch einmal waren Um- und Erweiterungsbauten nötig. Zwar war die Pumpanlage des früheren Bades noch zu nutzen, doch wegen des hohen Eisengehaltes gab es immer wie­der Ärger. So entschloss sich die Gesellschaft für öffentliche Bäder zu einer weiteren Verbesserung. Eine neue Filteranlage zum Enteisen des Grundwassers wurde gleichzeitig mit einer Beheizungsanlage 1976 gebaut (1974 (2)). Dadurch war es möglich, die Wassertemperatur bei etwa 22 Grad zu halten. Der seinerzeit aufgetauchte Plan, künftig nur noch Leitungswasser zu verwenden, führte zu einem harten Einspruch eines großen Teils der Stammgäste, der den Erfolg hatte, das solehaltige Grundwasser doch noch zu einem Teil mit zu verwenden. Weitere Verbesserungen waren der Einbau von Warmduschen. Auch der Schwimmsport fand in dem neuen Bad Platz. Auf Anregung des TV Eiche Horn werden seit Jahren auch regelmäßig Prüfungen zum Erwerb des Sportabzeichens durchgeführt, die einen steigenden Besuch aufzuweisen hatten. Mit dem Horner Bad hat der Ortsteil Horn-Lehe und weit darüber hinaus eine attraktive Schwimm- und Badeanstalt, die Tausenden Erholung und Gesundheit bringt. (H. Weihusen in "Der Horner " 2/1983) (C55)

1979
Der Preis für die Saisonkarte wird von
50 DM auf 80 DM erhöht

1982
Spar-Reime vom Senator:

Ein ernstes Thema poetisch präsentiert - bei über 10 Millionen DM Jahreszuschuss für den Badesport machte Sportsenator Henning Scherf folgenden "Reim" auf die unumgängliche Tarifanhebung:

Weil der Haushalt ist so leer,
brauchen wir an Eintritt mehr.
Ist dies denn nicht zuzumuten
für das warme Wellen-Fluten?
Um nur sparsam auszugeben,
musste man die Preise heben.
Darum sagt Scherf: Ach seht doch ein,
die Erhöhung musste sein.
                                                    (Ihr Nachbar im Leher Feld, Juni 1982)

1983
Badegäste vor Gewitter geladen
Erfahrungen eines Badebetriebsleiters - Günter Steinhöfel bleibt stets gelassen. Mehr:

2003
Schließungsbeschluss für das Horner Bad

Nach den Bürgerschaftswahlen 2003 beschließen die SPD und CDU im Koalitionsvertrag das Horner Bad zu schließen. 

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Bäderkonzept

Das zum Teil bereits realisierte Bäderkonzept (Südbad, Westbad) wird im Rahmen der beschlossenen Finanzierung umgesetzt. Damit wird die grundsätzliche Umsteuerung auf Hallenbäder und Kombibäder neben Sanierung des Stadionbades als Freibad- sowie ne­ben der möglichen Nutzung von zahlreichen Badeseen außerhalb der kommunalen Ver­antwortung - vollzogen.
Die im Bäderkonzept enthaltenen Planungen zur Sanierung des Stadionbades erfolgen unter weitgehender Bürgerbeteiligung, Einbeziehung des Landesschwimmverbandes und von Fachleuten. Dabei soll eine transparente Abwägung zwischen den Konzepten möglich werden. Die Belange des Schwimmsports und die der Hauptnutzer, Kinder und Jugendlichen, sind zu berücksichtigen.

Um den f
ür das Sportressort vorgegebenen Finanzrahmen einzuhalten, wird das Freibad Horn geschlossen. Das Hallenbad Sebaldsbrück wird zum Kombibad weiterentwickelt, das Freibad Schlosspark wird nicht über die Saison 2005 hinaus betrieben. Für das Freibad Blumenthal werden ab 2004 keine weiteren öffentlichen Mittel bereitgestellt. Dieser Maßnahmenkatalog bringt neben den notwendigen Einsparungen erhebliche Effek­te für die vom Sportressort zu erbringende Flächenoptimierung.  

Vereinbarung zur Zusammenarbeit in einer Regierungskoalition für die 16. Wahlperiode der Bremischen Bürgerschaft 2003 - 2007 Stand: 20.06.03 11:19

Der Beschluss des Koalitionsausschusse stößt auf großen Protest nicht nur in der Bevölkerung. 
Der massive Widerstand der Bremer Einwohner und der Parteibasis in den Regierungsparteien führt letztendlich dazu, dass die Landesregierung den Beschluss zurücknimmt. 
Das Horner Bad wird zu einem weiteren Beispiel, für den Erfolg politischer Aktionen in Horn-Lehe.  

Der Protest formiert sich

Sofort nachdem die Schließungsabsichten bekannt wurden werden von verschiedenen Seiten Aktionen gestartet um die Regierungsparteien zu bewegen den Koalitionsbeschluss in diesem Punkt nicht umzusetzen. Die Vertreter der im Beirat Horn-Lehe vertretenen Parteien wenden sich in einem Offenen Brief an die Verhandlungsführer der CDU und der SPD.

Die Bürgerinitiative Hollerland, der BUND - LV Bremen und die Grünen in Bremen und Horn-Lehe rufen unter der Parole "Hände weg vom Horner Bad und Hollerland" zu einer Protestkundgebung und fahrraddemonstration auf.

Stefan Quaß von der CDU Horn-Lehe und Ernst Steinhoff vom der SPD Ortsverband Horn-Lehe rufen zur Gründung einer Bürgerinitiative auf.

Binnen kürzester Zeit werden 16 000 Unterschriften gesammelt.

 

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18. Juni

Knapp einhundert empörte Anwohner aus Horn-Lehe waren dem spontanen Aufruf der Bürgerinitiative zu einem Treffen im Hollergrund gefolgt und tauschten sich über die jüngst bekannt gewordenen Pläne der großen Koalition aus. Kinder, Jugendliche und Erwachsene äußersten laut ihren Unmut über die Absichten von CDU und SPD, zwei Perlen des Stadtteils zu vernichten. „Wo sollen wir denn dann noch in unserer Freizeit hin?", fragten die zahlreich erschienenen Jugendlichen. „Wohin können wir dann noch mit einem guten Gefühl unsere Kinder zum Baden schicken?", fragten die besorgten Eltern. Etliche Kinder berichteten, dass wegen der Schließungspläne schon Tränen geflossen seien und dass überall an den Schulen Unterschriften gesammelt würden.
.....
Als Reaktion auf diese Pläne wurde von der Versammlung beschlossen, alle Bürgerinnen und Bürger, denen das Horner Bad und das Hollerland lieb und teuer sind, aufzurufen, an der Protestaktion teilzunehmen. „Das muss die größte Demonstration werden, die Horn-Lehe je gesehen hat! Alle sollen kommen, mit Fahrrädern oder Inlinern. Transparente gegen die Schließung des Horner Bades und die Zerstörung des Hollerlandes sollen mitgebracht werden! ", so die Hoffnung im Aufruf der Initiative. Nach der Kundgebung am Horner Bad geht es vom Jan-Reiners Weg zum Kuhgrabenweg, dem Lehester Deich, dem Hollergrund zurück zum Horner Bad. Die Teilnehmer sollen sich und ihre Fahrräder phantasievoll mit Parolen, Luftballons und Fahnen schmücken.
Neben dieser Aktion wurde beschlossen, weiterhin Unterschriftenlisten zu sammeln und diese zentral bei Peter Willers in der Vorstraße 51 abzugeben; sie sollen den beiden Koalitionsparteien in Kürze übergeben werden.

(Stadtteil-Kurier 26.6.03)

20. Juni 

An den Laternenmasten  in Horn-Lehe hängen Plakate die zur Gründung einer Bürgerinitiative aufrufen. Die Gründungsversammlung soll am 26.6.2003 in der Aula des Schulzentrums Vorkampsweg durchgeführt werden.

In Horn-Lehe wächst die Wut auf die große Koalition. Das Ortsamt wird in die­sen Tagen mit Protesten gegen die ge­plante Schließung des 70 Jahre alten Horner Solebades geradezu überflutet. Heute Abend soll im Schulzentrum Vorkampsweg eine unabhängige und parteipolitisch neutrale Bürgerinitiative zur Rettung des „wertvollsten Bremer Bades" gegründet werden.  Die Initiatoren Ernst Steinhoff und Stefan Quaß glauben, gute Argumente zu haben, mit denen sie den Senat doch noch zum Einlenken bewegen können. (Stadtteil-Kurier 26.6.03)

26.Juni 

„Horn darf nicht baden gehen." Unter diesem Motto organisiert die Bevölkerung in Horn-Lehe den Widerstand gegen die von SPD und CDU geplante Schließung des Horner Bades. Schätzungsweise 200 Frauen, Männer und Kinder gründeten jetzt eine Bürgerinitiative zur Rettung des Solebades. Sie soll den Protest, der sich überall im Quartier regt, bündeln. Denn seit die Schließungspläne bekannt wurden, ist der Stadtteil in Aufruhr.

Wie viele Initiativen sich spontan gebildet haben, die Unterschriften sammeln, an Grundschulen Malaktionen organisieren und über kreative Widerstandsformen nachdenken, hat niemand gezählt. Klar ist: Es sind viele. Das betonten mehrere Redner im Schulzentrum Vorkampsweg am Donners­tagabend. So hatte sich anderthalb Stunden vor der Gründungsversamrnlung der BI zum Beispiel eine Kinder-Eltern-Initiative gebildet, berichtete Thorsten Lieder. Zum 70. Geburtstag will sie dem Bad am 2. Juli um 16.30 Uhr ein Ständchen bringen. Weitere Sänger seien willkommen. Danach sei eine Menschenkette vom Bad bis zum Ortsamt geplant. Auf die Frage, warum er sich engagiert, erzählte der Vater: „Mein Kind saß in der Küche, hat geweint und gesagt: Du musst was tun."

So ging es vielen Hornern. Ob vor Lestra oder in den Schulen - überall wurden Unter­schriften gesammelt, sagte Peter Willers. Etwa 8543 sind es schon. „Wir werden sie kopieren", kündigte Willers an. Ein Satz der Signaturen wurde den Delegierten des SPD-Landesparteitages präsentiert, ein anderer des CDU-Landesausschusses. 
Was das Freibad den Menschen - nicht nur in Horn-Lehe - bedeutet, skizzierte Gisela Nischelsky (81). Sie habe durch Besuche in dem Solebad „so manches Wehwehchen ohne Nebenwirkungen kuriert". Dadurch sei ihr die eine oder andere „ OP und Nach-OP" erspart geblieben. Viele Familien, die sich keinen Urlaub leisten könnten, „verbringen mit ihren Kindern die Ferien im Horner Bad". Gerade für alte Menschen und Kinder biete ein Badesee nicht die gleichen Bedingungen. Dort gebe es keinen Bademeister, der im Notfall helfe." Weser-Kurier (28.6.2003)

27.Juni

Zahlreiche Leserbriefe im Weser-Kurier und anderen Lokalzeitungen dokumentieren den Unmut der Bevölkerung; hier eine Auswahl

Leserforum Weser-Kurier vom 27.7.2003
Unverantwortlich

Fast täglich müssen wir in der Zeitung lesen, die Kinder und Jugendlichen - besser bekannt als Rücksitzgeneration - litten zunehmend unter Fettleibigkeit, Thrombose und anderen „Volkskrankheiten". Es wird bemängelt, dass diese Kinder zu viel Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer verbrächten und sozial vereinsamten.
Im gleichen Zuge müssen wir in Bremen weitere Schließungen der Freibäder in den Stadtteilen zur Kenntnis nehmen. Ein Ort optimaler Freizeitgestaltung für Kinder verbunden mit Bewegung, frischer Luft und sozialen Kontakten in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld.
Die Möglichkeit, das Horner Bad mit unseren drei kleinen Kindern mit dem Fahrrad anzusteuern, dürfen wir in Zukunft dann wohl gegen eine bequeme Autofahrt quer durch die Stadt zum Stadionbad eintauschen. Wo bleibt da die soziale Verantwortung der Politiker? Man könnte meinen, sie alle hätten keine Kinder oder zumindest wohl nicht mehr in entsprechendem Alter? Gehören solche Stätten nicht zur Lebensqualität einer Stadt, selbst wenn sie unter wirtschaftlichen Aspekten momentan nicht haltbar scheinen? Gegen die Gesundheitskosten der Zukunft wohl ein Kinderspiel.

Stephanie Reimer, Bremen

Die Krönung

Da kann man nur sagen: Prima! Die Bewohner von Schwachhausen/Horn werden zurzeit überstrapaziert. Das Thema „Horner Spange" ist - trotz Aussagen der Vertreter der großen Koalition - nicht vom Tisch, sondern nur anders verpackt worden. Deshalb wird die Bürgerinitiative H.-H.-Meier-Allee in dieser Sache weiterhin aktiv bleiben. Die Uniwildnis soll abgeschafft werden, was eine weitere Verschlechterung der Lebensqualität in dieser Region bedeutet. Und jetzt die Krönung des Ganzen: Schließung des Horner Bades. Insbesondere Kinder und Jugendliche der angrenzenden Stadtteile werden hier einer bedeutenden Freizeitmöglichkeit beraubt.
Fazit: Die verantwortlichen Politiker unterliegen offensichtlich dem neurotischen Zwang, den Bürgern in den betroffenen Stadtteilen das Wohnen und Leben so schwer wie möglich zu machen. Mich würde der Grund hierfür interessieren.

Martina Schmidt, Bremen

Früher selbstverständlich

Es macht mich sehr betroffen, dass in Bremen Freibäder geschlossen werden sollen, darunter ein so wunderschönes und modernes Bad wie das Schlossparkbad! Ich kann nicht verstehen, dass man in einem Bereich so drastisch spart, der bereits in den fünfziger und sechziger Jahren als relativ selbstverständlich galt.
Vieles an Komfort und Bequemlichkeit, an Luxus, der für uns heute alltäglich geworden ist, war damals noch unbekannt. Aber dass besonders Kinder und Jugendliche an heißen Sommertagen in ihrem Stadtteil eine
Möglichkeit haben, sich zu erfrischen und das schöne Badewetter zu genießen, das galt damals schon als normal.
Wie kann man gleichzeitig formulieren, dass Bremen für mögliche neue Einwohner attraktiv sein soll und dann eine solche Maßnahme beschließen?

Dorle Schwanke, Bremen

Orte der Lebensfreude

Die Koalitionäre blasen zum Angriff auf Bremens Freibäder. Vier Bäder sollen dem Rotstift zum Opfer fallen, um Bremens leere Kassen zu füllen. Dass die Stadt sich ihrer Verantwortung für das Wohl ihrer Bürger entzieht, dürfen wir nicht zulassen.

Schwimmbäder sind nicht nur Orte der Lebensfreude und Treffpunkte für Jung und Alt, sondern sie spielen auch eine wichtige Rolle im Sportleben und bei der Vorbeugung chronischer Erkrankungen. Die geplante Vernichtungsaktion offenbart die kurzfristige Denkungsart unserer Politiker. Denn sie berücksichtigen nur die erwarteten Einsparungen und Verkaufsgewinne und vergessen, Einnahmerückgänge durch den Verlust an Bremens Attraktivität in die Waagschale zu werfen sowie Folgekosten in den Bereichen Gesundheit und Soziales.

Wer verpasst den Verantwortlichen Weitsichtgläser?

Silke Funke-Johannsen, Bremen

 

Sägen am Gemeinwohl

Sicher mag das Geld in öffentlicher Hand knapp sein. Aber es gibt eine Verantwortlichkeit des Landes gegenüber den Bürgern. Und daran muss auch die Entscheidung zur Schließung des Horner Bades gemessen werden.
Wassertherapie durch Badespaß ist hervorragend bei Gelenkleiden, Hauterkrankungen, gegen Herz-/Kreislauferkrankun-gen. Das Badevergnügen dient Gleichgewichtsschulung, Kommunikation, Durchblutung, fördert körperlich-geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wenn dann noch Wasser aus einer Salzquelle benutzt wird, erfüllt es besonders diese Zielsetzung. Wer an solchen vorbeugenden Maßnahmen spart, zahlt hinterher in der Gesundheitsversorgung doppelt drauf.
Außerdem dient jedes Bad nicht nur dem Freizeitvergnügen für jedes Alter. Es stützt zusätzlich Sozialkommunikation schlechthin. Hier die Sparflamme anzusetzen, sägt am Gemeinwohl. Daran ihre Verantwortung zu messen, nimmt jeden Verantwortlichen in Kommune, Politik, Parlament in die Pflicht. Wenn dann noch das Bad über Sonnenkollektoren umweltfreundlich gestützt ist und so gut besucht wird, dass man nur eine bescheidene finanzielle Unterstützung fordern muss, wäre eine Schließung im Umtausch gegen Bauland so, als wolle man Eulen nach Athen tragen.

Hans Höting, Bremen

Trümmerhaufen

Was die geplante Schließung des Horner Bades und die Bebauung des Hollerlandes betrifft.
Bürgermeister Scherf investiert seine politische Kraft in die nachhaltige Beschädigung der Lebensqualität im Stadtteil Horn-Lehe. Dabei hat doch die große Koalition die Steigerung der Attraktivität der Stadtteile zum Programm erklärt. Ich dachte, Familien sollen nach Bremen gelockt und hier gehalten und nicht von hier verscheucht werden.
In zwei Jahren wird sich Scherf aus der Affäre ziehen und anderen die Bewältigung des angerichteten kommunalpolitischen Trümmerhaufens hinterlassen.

Reinhard Lünnemann, Bremen

Umstoßen mit dem Steert

Stirbt Bremen oder wird es zur Rentnerstadt? Diese Frage stellt sich einem alten Bremer nach dem neuen Senatsbeschluss. Es heißt doch immer, die Jugend ist unsere Zukunft. Nach den jahrelangen Schul- und Lernkonzepten beschließt jetzt der Senat die Schließung von hervorragend geführten und genutzten Freibädern. Einerseits versucht man die Abwanderung von Bürgern in andere Bundesländer zu verhindern, andererseits stößt man mit dem Steert wieder um, was man mit den Händen aufgebaut hat.
Junge Familien mit Kindern werden sich doch überlegen, ob sie in einer Stadt weiterleben oder zuziehen sollen, wo neben der schlechten Jobmöglichkeit für ihre Kinder so schlechte Möglichkeiten des unbeschwerten Aufwachsens mit Spielen, Sport und Kommunikation gegeben sind. Diese Freibäder sind aber nicht nur für Kinder und Heranwachsende ungeheuer wichtig, sondern auch für Erwachsene und ältere Menschen, da sie hier körperliche Fitness und Gesundheit aufrecht erhalten und persönliche Kontakte pflegen können.
Wenn man jetzt von maroden Freibädern spricht, stellt man sich die Frage, warum man die Instandhaltung nicht jährlich überprüft und auftretende Mängel beseitigt hat. Das Geld, das in gescheiterten Bauvorhaben verpulvert wurde (z. B. Space-Park, Bahnhofsvorplatz oder Büropark Achter-diek) wäre hier besser angewandt worden. 

Egon Bauersfeld, Bremen

Schöne Sommerzeit

Das Horner Bad sorgt dafür, dass man nicht zu sehr erhitzt wird, sondern eine angenehm schöne Sommerzeit hat. Wir sind gegen die Schließung, weil es nette Bademeister und gute Spielmöglichkeiten gibt. Es ist sicherer als beim Unisee.
Wir sind dagegen, dass Schluss ist mit dem Horner Bad!

Lea Asbrock (10 Jahre) und Simone Blank (10 Jahre), Bremen

 

 

 

29.6.

Es wurde die größte Demonstration, die Horn Lehe erlebt hat. Selbst die Veranstalter waren überrascht von der überwältigenden Resonanz in der Bremer Bevölkerung. Unter der Parole 

Hände weg vom Horner Bad und vom Hollerland!"

 protestieren mehrere Tausend aufgebrachte Bürger  auf einer Fahrraddemonstration rund um das Hollerland

4000 warben für das Horner Bad

Machtvolle Demonstration und Kampfansage an Senat auch wegen Hollerland

Die Bürgerinitiative für die Erhaltung des Hollerlandes, der BUND und die Grünen hatten am vergangenen Sonntag zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die Schließung des Horner Bades und den Angriff aufs Hollerland gerufen - und rund 4000 besorgte Menschen fanden sich mit Fahrrädern und Inlinern ein. Jochen und Eva Ströh aus dem Vorkampsweg hatten das Kinderlied „Ein Vogel wollte Hochzeit machen" mit neuen deftigen Versen gegen die aktuelle Senatspolitik unterlegt, und alle sangen begeistert mit.

Dieter Mazur begrüßte als Sprecher der Hollerlandinitiative die Teilnehmer der Veranstaltung und attackierte heftig die Koalitionsabsprachen: „Wir sind hier, weil wir fassungslos darüber sind, dass die SPD bei den Koalitionsverhandlungen vor der CDU eingeknickt ist".
Das Horner Bad und das Hollerland, so Mazur, hätten eine wichtige Naherholungs- und Gesundheitsfunktion weit über unseren Stadtteil hinaus. 
Anschließend warben Carola Bury, Jesko-Emanuel Schaefer sowie Nicole Schmidt für die Erhaltung des Horner Bades. Während der zwölfjährige Jesko von einem wichtigen Freizeitareal für Kinder und Jugendliche sprach, kritisierte Carola Bury die kurzsichtige Politik des Senats, einerseits die Stadtteile aufwerten zu wollen und andererseits bewährte und beliebte Einrichtungen abzuwürgen.
Nicole Schmidt forderte die Erhaltung des Horner Bades, weil man aufgrund der Aufsicht durch die Bademeister nur dort seine jüngeren Kinder unbesorgt hinschicken könne. 
Dann machte sich ein fast zwei Kilometer langer und bunt geschmückter Fahrrad-Korso bei schönstem Sonnenschein auf den Weg rund um das Hollerland: Vom Jan-Reiners-Weg über den Kuhgrabenweg, den Le-hester Deich, den Hollerpad und den Hollergrund sowie den für die Autos gesperrten Autobahnzubringer zurück zum Horner Bad ging die Fahrt, auf der die Teilnehmer mit Fahnen, Transparenten und Plakaten ihren Protest zum Ausdruck brachten.

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Die Aufforderung ist unmissverständlich: Das Horner Bad muss gerettet werden.

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Tausende von Radfahrern fanden sich zur Protestdemonstration ein.

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Jochen und Eva Ströh stimmten die Menge mit deftigen Versen gegen die Senatspolitik ein.

Gleichzeitig beginnt eine Unterschriftensammlung: in kurzer Zeit werden 21 000 Protestunterschriften gesammelt.

2. Juli 

Happy Birthday Horner Bad 
70 Jahre Horner Bad - eine Geburtstagsfeier unter traurigen Vorzeichen, die Einwohner kommen mit Transparenten, Rasseln, Trillerpfeifen und Plakaten um eine Menschenkette vom Horner zum Ortsamt zu bilden

HornerInnen wollen sich nicht den Stöpsel ziehen lassen

Das sprichwörtliche Wasser, das allen bis zum Hals steht, soll den Koalitionsplänen nach in Bremer Bädern abgelassen werden. Betroffen davon sind über kurz oder lang neben dem Schlossparkbad in Hemelingen das Freibad Blumenthal, das bereits geschlossene Heidbergbad in Lesum sowie das Freibad Horn. Und genau dort regen sich in den letzten Wochen die wohl größten Bürgerproteste: „ Ich will hier weiter baden gehen" sagt der kleine Paul mit entschlossenem Blick und ist mit dieser Forderung keineswegs allein. Nachdem nämlich am Sonntag bereits fast 5000 Fahradfahrerlnnen für den Erhalt des Horner Bades protestiert hatten, kamen nur einige Tage später trotz des wenig einladenden Wetters wieder etwa 1000 Menschen vorm Eingang des Homer Bades zusammen, um ihrem Protest gegen die im Koalitionsvertrag vorgesehene Schließung Luft zu machen und gleichzeitig ein besonderes Geburtstagskind zu feiern. Denn am Mittwoch ist das Homer Bad 70 Jahre alt ge­worden - Grund genug für die Freunde und Freundinnen des Bades, das „kühle Nass" bei der Demo gebührend mit Geburtstagstorte und Ständchen zu feiern. Unter dem Motto „Happy Birthday Horner Bad" zogen die Gratulanten in einen großen Demonstrationszug vom Bad bis zum Ortsamt, um ihre Unterstützung für der Beirat deutlich zu machen, der sich ebenfalls für die Erhaltung des Bades einsetzt. Dass sich der Widerstand gegen die Schließung dabei durch alle Alterstufen zieht, machte nicht zuletzt Volker Hinz deutlich Ganz unter dem Motto „Ge burtstagskinder müssen zusammen halten" verlegte der nunmehr 12jährige seine Geburtstagsparty am Mittwoch spontan vor den Eingang zum Bad.
Während im Senat und in der Bürgerschaft trotz der anhaltenden Bürgerproteste gegen den senatorischen Rotstift - in nur wenigen Tagen wurden bereits an die 10.000 Unterschriften für den Erhalt des Horner Bades gesammelt - noch kein Umdenken in Sachen Bäderschließung statt zu finden scheint, zeigt sich die Lokalpolitik solidarisch mit den Badaktivistinnen: Sowohl der Beirat Borgfeld als auch der Beirat Oberneuland haben auf ihren jüngsten Sitzungen Beschlüsse für den Erhalt de Bade's verabschiedet. (mk) Bremer Anzeiger 5.7.2003


Auch der kleine Paul ist sauer und hat wenig Verständnis für die Sparpläne der „Großen": „Ich will hier weiter baden gehen!"

 

 

 

3.Juli
Öffentliche Beiratssitzung

4.Juli
erstes Treffen der BI Rettet das Horner Bad

7. Juli
Einwohnerversammlung im Horner Bad

"Horn darf nicht baden gehen"

Aufgebrachte Bürger wenden sich gegen Schließung des Homer Bades/Großer Protestzug für August geplant

Kein Sommerregen. Ein optimaler Abend für ein kühles Bad im Freien. Doch die etwa 250 Bürger, die sich in die malerische Schwimmbadkulisse drängeln, haben ganz andere Sorgen. Sie wollen nicht, dass Horn baden geht.
Wütend sind die Teilnehmer der Protestveranstaltung, das kann man in ihren Gesichtern ablesen. Und sie haben Buttons am T-Shirt, auf denen steht: „Hände weg vom Horner Bad!" Kinder toben im Geschehen, sammeln Unterschriften gegen eine Schließung des Schwimmbads, in dem sie selbst so gern ihre Freizeit verbringen. Doch wie lange noch?
Henning Scherf hätte da eine gute Idee als Alternative. Das erläuterte Ernst Steinhoff (SPD). Er kam als Vertreter der Bürgerinitiativen und trug Zitate aus einem jüngst erschienenen Interview vor, in dem Scherf auf die Frage, ob Horn noch eine Chance hätte, antwortete: „Die Schließung ist zwischen den Koalitionären abgesprochen." Und dann sagte er noch, dass es als Alternativen schöne Badeseen in Bremen gebe. Er selbst schwimme regelmäßig im Unisee.
Steinhoff hatte kaum zu Ende gelesen, da rief ein älterer Mann empört aus der Menge: „Ich habe ihn da noch nie gesehen". „Kannst Du auch nicht", spottete ein anderer, „der ist immer abends da, da bist Du schon weg." Konnte Henning Scherf deswegen nicht kommen? Auf der Veranstaltung war er jedenfalls nicht, genauso wenig wie die anderen eingeladenen Spitzenpolitiker von SPD und CDU.
Dann packte man das Unbehagen in Lieder. Gerold Janssen, der von zwei Musikern begleitet wurde, sang mit ernster Miene: „Der Henning Scherf, der Henning Scherf, der raubt uns noch den letzten Nerv. Fiderallala, Fiderallala, Fide-rallalalala." Tosender Applaus, dass selbst die Bäume wackelten.  Dafür wollten sie kämpfen, ohne Atempause. Dann wurde gemunkelt, dass Flächenanteile des Bads womöglich nicht in der Hand des Senats seien, sondern andere Bürger noch die Hand drauf hätten. 
In den Vorträgen wurde herausgehoben, wie wertvoll das Bad für Jugendliche, Familien und ältere Menschen sei. Das einzige Solebad mit natürlichem Salzwasser aus dem Hollerland ausgerechnet in einer Zeit zu schließen, in der unsere Gesellschaft immer häufiger einen Mangel an körperlicher Bewegung beklage, könnte nur als politische Sünde bezeichnet werden. Die konsumtiven Ausgaben würden durch die Einnahmen weitestgehend gedeckt. So entstand im Jahr 2002 bei schlechter Witterung ein Minusbetrag von 13 500 Euro. Somit ist das Horner Bad das am kostengünstigsten zu betreibende Freibad, da es mit solehaltigem Quellwasser versorgt wird. Auch für die Senioren eine gesunde Alternative, um in dem wohltuenden Wasser gesund und fit zu bleiben.
Und wer weiß, sagte ein Junge besorgt, ob Henning Scherf nicht vielleicht in zehn Jahren selbst das Horner Bad bevorzuge. Lachen. Dann Stille. Zeit für einen Diavortrag, der Alternativen für Naturerlebnisbäder, die Betreibergesellschaften organisieren könnten, zeigen sollte. Doch die Bürger wollten nichts davon wissen: „Wir wollen keinen Diavortrag, wir sind im Widerstand."

Weser-Kurier

Juli 

Der Beirat Schwachhausen erklärt sich mit dem Kampf des Beirats Horn-Lehe solidarisch.
Der Beirat Borgfeld verabschiedet eine Resolution gegen die Schließung des Horner Bades.
Der Beirat Oberneuland beschließt einstimmig, den Horner Beirat in seinen Bemühungen zum Erhalt des Horner Bades zu unterstützen.

Erste Erfolge

Die Proteste von Bürgern, Vereinigungen, Beiräten und Parteimitgliedern bringen die Politiker zum Nachdenken. Erstmals wird der Erhalt des Horner in Aussicht gestellt - mit einer Verkleinerung der Wasserfläche um 50%.

Ein Bild, das im Juli 2003 weit über die Grenzen Horn-Lehes für Aufsehen sorgte: "Zwei Senatoren gehen baden"

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Zwei Herren im Bad: Röwekamp (links) und Eckhoff wagten einen "Sprung ins kalte Wasser". Foto: Matthias Koch

Zwei Herren im Horner Bad...

Senatoren Röwekamp und Eckhoff präsentierten Lösungsvorschlag zur Erhaltung des Bads

Nach zahlreichen Demonstrationen und Protesten gegen die im Koalitionsvertrag vereinbarte Schließung des Horner Bades, bewegen sich nun auch die politisch Verantwortlichen: In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz direkt im Horner Freibad präsentierten Sportsenator Thomas Röwekamp und Bausenator Jens Eckhoff einen Vorschlag wie das Bad, das erst vor kurzem seinen 70. Geburtstag feiern konnte, nun doch noch - als verkleinerte Variante - weiter erhalten werden kann und sprangen anschließend selbst ins kühle Nass.
Möglich werden soll die Rettung des Bades durch „Flächenoptimierung und Modernisierung": Konkret: Eine angrenzende etwa 5000 m2 große ungenutzte Fläche sowie ein 3400 m2 großes Stück des heutigen Eingangsbereichs des Horner Freibades sollen ebenso verkauft werden wie eine 20000 m2 Fläche an der Curiestraße, die bislang als Sporterweiterungsgelände
ausgewiesen ist. Mit den Verkaufserlösen lasse sich dann die nötige Modernisierung des Bades, die, so die Senatoren, mit zwei Millionen Euro zu Buche schlagen wird, finanzieren. Der Haken an der Sache: „Wir können auch die Schwimmbecken nicht in der bisherigen Größe erhalten, sondern müssen Abstriche machen, um die Betriebskosten zu senken, damit zukünftig keine öffentlichen Zuschüsse mehr nötig sind", meint Röwekamp. De facto würde die Schwimmfläche den Plänen der beiden Senatoren nach im Zuge der Modernisierung von jetzt 2000 auf 1000 m2 halbiert - auch die heutige 50-Meter-Bahn wäre damit Geschichte. Auf politischer Ebene tut sich derweil ein weiteres Problem auf: Ob die im Alleingang der beiden CDU-Politiker Eckhoff und Röwekamp entwickelten Planungen tatsächlich im Senat durchsetzbar sind, oder beide Herren mit ihrem Rettungsvorschlag - diesmal nur symbolisch - „baden gehen" bleibt abzuwarten.
Zu ersten Stellungnahmen seiner Kolleginnen befragt meinte Eckhoff: „Gehen sie davon aus, dass uns heute Morgen nicht nur Begeisterung begleitet hat. Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten."
Auch viele der während der Pressekonferenz anwesenden Badegäste gerieten angesichts der Badrettungsidee der beiden Senatoren nicht gerade in Verzückung und befürchten durch die Verkleinerung des Bades Attraktivitätseinbußen.
Ernst Steinhoff von der Bürgerinneninitiative brachte es auf den Punkt: „Wir sind erst einmal froh, dass sich überhaupt etwas bewegt." 

Matthias Koch, Bremer Anzeiger 11.7.03

17.Juli.

Gemeinsame Pressemitteilung "Der Senator für Inneres und Sport" und "Senator für Bau, Umwelt und Verkehr": "Horner Bad soll geöffnet bleiben"  
Presse
mitteilung vom 17.07.03

Bürgermeister Henning Scherf kritisiert das Vorpreschen der beiden CDU-Senatoren. Die im Koalitionsvertrag beschlossenen Schließung kann nicht ohne Abstimmung einseitig rückgängig gemacht werden. "Die müssen noch lernen, wie so etwas geht." (TAT 22.07.03)

23.Juli.

Die BI fordert ein Moratorium; das Bad soll für die nächste Saison geöffnet bleiben; in dieser Zeit sollen gemeinsam mit den Horner BügerInnen über die Planungen für das Horner Bad beraten werden.

Parteipolitische Plänkeleien, Solidaritäts- und Protestaktionen ziehen sich durch die nächsten Monate

August 2003: Der UB-Vorstand Bremen-Stadt der SPD unterstützt die von der BI ins Spiel gebrachte Idee eines Moratoriums, fordert gleichzeitig aber vom Sportsenator die Entwicklung eines Konzepts

Ferienprogramm der Bürgerinitiative: „Rock Seven" spielt aus Solidarität gratis im Horner Bad

Während tagsüber unzählige Menschen Rasenfläche und Becken bevölkern und Wassergeplätscher und Stimmengewirr die Luft erfüllen, herrscht im Horner Bad nachts Stille. Doch vor kurzem war alles anders: Noch bis zu später Stunde tönte die Musik der Live-Band „Rock Seven" über das Gelände des Freibades.

Eltern saßen im Gras, machten Picknick und unterhielten sich, während ihre Kinder auf dem Spielplatz Sandkuchen formten oder Karussell fuhren. Einen Sprung in das vom Mond beschienene Nass wagten Hendrik Bürger (11) aus Hörn und sein Freund Michael Scherkus (14), der zu Besuch aus Weimar da war.

Denn auch das Baden zu später Stunde war an diesem Abend erlaubt. „Wir schwimmen bis zum Ende des Konzerts", nahmen sich die Jungen vor. Nachts ins Wasser zu gehen fanden die beiden „echt cool". Doch auch tagsüber kommt Hendrik regelmäßig ins Freibad. „Eine Schließung wäre echt schlimm", findet der Schüler.

„Wir spielen heute Abend kostenlos, weil wir an dem Bad hängen und uns für seinen Erhalt einsetzen wollen", sagte Ulf Christian Diehle, Saxophon-Spieler der Band „Rock Seven".

Seit er denken kann, kommt Diehle mit seinen Kindern ins Horner Bad - und das obwohl er nicht in Horn oder Umgebung, sondern in der Nähe des Weserstadions wohnt. „ Im Gegensatz zum gechlorten Wasser in anderen Schwimmbädern brennt das Solewasser nicht in den Augen", lobten auch die anderen sechs Bandmitglieder das Horner Bad. Kurz vor dem Beginn ihres Konzertes ging die gesamte Band eine Runde schwimmen.

Weser-Kurier August 2003

Die BI fordert in einem Moratorium Zeit zum Nachdenken und die Öffnung des Horner Bades für die Saison 2004.  Röwekamp und der SPD Unterbezirk Bremen-Stadt schließen sich dem Moratorium an.

 

10.August. 

Kinderfest im Horner Bad

17.August 

Erstes Volley-Ballturnier im Horner Bad

20. August 2003 

Die BI übergibt dem Sportsenator 21 000 Unterschriften von Bürgern, die sich gegen die Schließung des Horner Bades aussprechen.

23. August 2003 

Die BI marschiert und radelt zusammen mit den Freunden des Schlossparkbades in Sebaldsbrück  auf den Marktplatz.

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Open-Air Kino im Horner "Rocky Horror Picture Show".

2. September

Sportsenator Röwekamp will der Sportdeputation vorschlagen, den Umbau des Horner Bades in ein Naturbad zu prüfen und eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Auch eine Verkleinerung der Wasserflächen auf 1000 qm wird als nicht zumutbar bezeichnet. Die Sanierung der Becken, der Technik und des Vorplatzes soll 2,7 Millionen Euro kosten und ist vorerst nicht finanzierbar.
Die Firma Polyplan würde das Horner Bad für die Hälfte sanieren und in ein Naturfreibad mit 2500 qm Wasserfläche umbauen. (WK 2.9.03)

Die SPD stimmt dem Vorschlag des Sportsenators wegen der fehlenden Finanzierung nicht zu. Der sportpolitische Sprechen der SPD-Fraktion Pohlmann bezeichnet die Vorlage als einseitig und unseriös.

Die Deputierten vertagen die Entscheidung auf eine Sondersitzung am 7. Oktober.

7. September 

Horner Bad Survival Lauf; Die Horner geschäftsleute spenden für jeden gelaufenen Kilometer; die Spenden kommen der BI zugute

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21. September

80 Bürgerinnen und Bürger aus Horn suchen und graben mi9t Wünschelruten und Schaufeln an der Rennbahn (die aus Steuermitteln umgebaut werden soll) nach Geld

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7.Oktober

Ein Jahrhundertsommer, kommt den Freunden der Bäder zugute . Insgesamt suchten im Jahre 2003 350 000 Besucher die Bremer Freibäder auf; die Bremer Bäder GmbH konnte 700 000 Euro Eintrittsgelder einnehmen.

Horner Bad bleibt auch 2004 geöffnet

Bremens Senator für Inneres und Sport hat heute (7. Oktober) den Mitgliedern der Sportdeputation die aktuellen Entwicklungsschritte für das Bäderkonzept vorgestellt. Ich werde alles dransetzen, für die Bremerinnen und Bremer eine möglichst vielfältige Bäderlandschaft zu erhalten" , bekräftigte Thomas Röwekamp nach der Sondersitzung. Die Deputierten nahmen die Vorlage des Sportressorts einstimmig zur Kenntnis und baten den Senator um eine weiterhin regelmäßige Berichterstattung über die nächsten Schritte.

Der Sportsenator stellte die wichtigsten Neuerungen im Überblick vor: Das Horner Bad bleibt auch in der Sommersaison 2004 geöffnet. Als zusätzliche Alternative zum klassischen Freibad soll an diesem Standort die Schaffung eines Naturbadesees untersucht werden. ...

Mit der weiteren Offenhaltung des Horner Bades gewinnen die Planer Zeit, um alle Alternativen prüfen zu können, um das Freibad -  abweichend vom Koalitionsvertrag -  nicht schließen zu müssen. Damit kommen der Sportsenator und die Deputierten auch der örtlichen Bürgerinitiative entgegen. Als eine neue Variante hat ein Unternehmen einen ersten Entwurf für die Umgestaltung in ein Naturfreibad erstellt. Dieser sieht eine Wasserfläche von rund 2.5oo qm vor (Schwimmer 1.500 qm, Nichtschwimmer 600 qm, Kleinkind 95 qm, Sprungbereich 300 qm). Zur Entscheidungsfindung sind im Hinblick auf die Realisierungsmöglichkeit eines Naturbades weitere Prüfungen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie notwendig.

Ich begrüße in diesem Zusammenhang die von Bürgern vor Ort angekündigte Gründung eines Fördervereins, der Sponsorengelder sammeln und für den Fortbestand des Bades einbringen möchte" , erklärte Sportsenator Röwekamp. Nach dem heutigen Beschluss über die Öffnung des Bades in der Saison 2004 in der bisherigen Konzeption könne nun die Vereinsgründung erfolgen.

Redaktion: Werner Wick, Verantwortlich: Klaus Schloesser - Rathaus

 

November

Aus der Bürgerinitiative "Rettet das Horner Bad" gründet sich der Förderverein "Unser Horner Bad".  Als erster Vorsitzender im doppelten Sinne wird Reinhard Jarré gewählt, als Stellvertreter Ernst Steinhoff.

Dezember

Der Senat hat die staatlichen Zuschüsse für die Bremer Bäder GmbH für 2004 um 10 und für 2005 um weitere 5 Prozent gekürzt.  Die Bremer Bäder GmbH beschließt daraufhin die Jahreskarte abzuschaffen und die Eintrittspreise um 10 % zu erhöhen.

Zwei Sanierungskonzepte werden entwickelt.

2004

22.Januar

Der Förderverein lädt zur Bürgerversammlung in die Schule am Vorkampsweg ein. 

 

18. März:
Endspurt
Am 18. März tagt der Beirat Horn-Lehe. Auf der Tagesordnung der um eine Woche vorverlegten Beiratssitzung steht die Stellungnahme des Beirates zur Instandsetzung des Horner Bades. Einig sind sich die Beiratsmitglieder in der Forderung das Bad zu erhalten. Während mit dem interfraktionellen Antrag von CDU, SPD, FDP und der Partei Rechtsstaatlicher Offensive für den Erhalt des konventionellen Badebetriebes plädieret, und eine maßvolle Reduzierung der Wasserfläche  um 20% in Aussicht gestellt wurde, plädierten die Grünen für die Umwandlung in ein Bad mit natürlicher Wasseraufbereitung und den uneingeschränkten Erhalt der Wasserflächen.

Naturbad fand keine Mehrheit  

Über den „interfraktionellen Antrag" wurde abschnittsweise abgestimmt. Denn wo darin von der Bedeutung, Unverwechselbarkeit und Unverzichtbarkeit des Horner Bades die Rede war, konnte ja bei allen Parteien nur eine einzige Meinung herrschen. Die „grünen" Extra-Vorschläge hingegen blieben - bei lediglich zwei grünen Stimmen - chancenlos. Hätte das Publikum im Saal nicht nur mit diskutieren, sondern auch mit abstimmen können, wäre das Ergebnis anders ausgefallen.

  Mehrfach meldeten sich Mitglieder des Fördervereins „Unser Horner Bad" zu Wort. Bei einer vom Verein initiierten Bürgerversammlung hatten sich tags zuvor die rund 80 Anwesenden einmütig für das Polyplan-Konzept eines chlorfreien Solebades ausgesprochen, das ihnen von einem Vertreter der Firma erläutert worden war. Nun wurde bedauert, dass Polyplan dieses Konzept jetzt auf der Beiratssitzung nicht wenigstens vorstellen könne, und kopfschüttelnd hieß es: Die Grünen forderten doch lediglich, diese alternative Lösung mit in Erwägung zu ziehen. …

  Der Informationsstand innerhalb der Versammlung war recht unterschiedlich. Was die einen als Tatsache anführten, erntete bei den anderen häufig ein spontanes: „Das ist ja gar nicht wahr!" Temperamentvoll trug man die Meinungsverschiedenheiten aus. Doch nie wurde am Grundkonsens gerüttelt: Dass man sich unbedingt auf das Hauptziel, den Erhalt des Horner Bades, konzentrieren müsse, und dass in dieser Hinsicht inzwischen erfreulicherweise schon einiges erreicht worden sei.  

Stadtteilkurier NOS vom 23.3.2004

25. März

Sportsenator Thomas Rövekamp trägt die Aktualisierung des Bäderkonzeptes vor.  Die Deputation beschließt den Erhalt der Bremer Freibäder mit Ausnahme des Heidbergbades. Das Horner Bad  soll möglicht unverändert belassen werden, gleichzeitig aber auch eine noch attraktivere Angebotspalette für die Badegäste geschaffen werden. 1,1 Millionen aus dem Haushalt des Sportressorts und über 200 000 Euro Spendengelder sollen dies bewerkstelligen. Die Deputation schließt sich dem Beiratsvotum an, das Horner Bad weiterhin als konventionelles Bad zu betreiben. Die Wasserfläche soll unter Wegfall der Sprungecke von 2600 m² auf 2000 m² verringert werden. Die Bremer Bäder GmbH ist nach diesem Beschluss gefordert, sich mit den stadtteilrelevanten zusammenzusetzen um ein tragfähiges Konzept zu entwickeln. Die Bremer Bäder halten an der Reduzierung der Wasserflächen um 20% fest, um die Betriebskosten um 19 000 Euro pro Jahr zu senken. Zur mittelfristigen Bestandssicherung müssen die Becken saniert, die Beckenköpfe  erneuert und die Wasseraufbereitungsanlage instandgesetzt werden.

Frühjahr

Thomas Anker wird neuer Leiter des Horner Bades. Mit viel Engagement beteiligt er sich an der Gestaltung des Konzeptes für das "neue" Horner Bad. Mehr:

 

Als erste "Sanierungsmaßnahme" greifen die Mitglieder des Fördervereins "Unser Horner Bad" zu Pinsel und Farbe. Gemeinsam beseitigen sie die Graffity auf den Gebäuden im Eingangsbereich des Horner Bades. Kurzzeitig ensteht ein "Casa Blanca" (weißes Haus); die weißen Wände werden anschließend von dem Künstler Irfan Erdem mit ausgewählten Szenen aus dem Badeleben des Horner Bades bebildert.  

Am 16.5.2004 (23.??) findet das offizielle Anbaden im Horner Bad statt, das "letzte" im veralteten Schwimmbecken. 

Letztes Anbaden.jpg (96077 Byte) anbaden.jpg (114490 Byte)

22. Juni

In seiner seiner Sitzung am  beschließt der Senat die letzten wesentlichen Weichenstellungen im Vorfeld der Beratungen der Bremischen Bürgerschaft zum Doppelhaushalt 2004/2005

In der Senatsmitteilung wird zum Bäderkonzept ausgeführt::

„Bäderkonzept

Der Senat hat heute die Finanzierung des im März von der Sportdeputation beschlossenen Bäderkonzepts in Höhe von rund 7,4 Mio. € beschlossen. Im einzelnen stehen für die Sanierung des Stadionsbades in den Jahren 2005 und 2006 aus dem Gebäudesanierungsprogramm jeweils 1,255 Mio. € zur Verfügung. Für die Attraktivitätssteigerung des Hallenbades Tenever, den Umbau des Hallenbades Sebaldsbrück und des Schlossparkbades zu einem Kombibad und für den Umbau des Hallenbades Huchting werden darüber hinaus l, 7 Mio. € Investitionsmittel im Jahre 2006 zusätzlich in den Sporthaushalt eingestellt. Weitere 3,2 Mio. € für diese Maßnahmen werden aus dem Sondervermögen Immobilien und Technik finanziert.

Die Sanierung des Freizeitbades Vegesack und des Homer Bades wird unabhängig vom heutigen Beschluss aus Hauhaltsmitteln des Sportressorts in den Jahren 2004 und 2005 und aus Sponsorengeldern finanziert."

Damit ist die Sanierung des Bades und die Fortführung des Badebetriebes vorerst gesichert.

Im Oktober 2004 einigen sich der Förderverein "Unser Horner Bad" und die Bremer Bäder GmbH auf eine Kompromisslösung. Die 50m-Bahn bleibt erhalten, die Wasserfläche wird moderat verkleinert, ein teil der Sprungecke bleibt erhalten und für die Verkleinerung des Nichtschwimmer-Beckens wird ein Fontänenfeld errichtet. Im weiteren wird die Technik einer Generalsanierung unterzogen; die Schwimmbecken erhalten einen neuen Kopf; der Wasserspiegel wird damit auf dem Niveau der abgesenkten Liegewiese befinden. Der Nichtschwimmerbereich soll als weitere Attraktion eine "Breitwasserrutsche" bekommen. Insgesmt werden für den Umbau 1,17 Millionen Euro veranschlagt.

Die Einigung wird einhellig begrüßt; Beirat und der Aufsichtsrat der Bremer Bäder GmbH stimmen den Umbauplänen zu.

November

R. Jarré und Ernst Steinhoff auf eine weitere Kandidatur als Vorsitzende des Vereins "Unser Horner Bad", E.Steinhof bleibt weiterhin Mitglied im Vorstand. Zum neuen ersten Vorsitzenden wird Peter Willers gewählt.

Winter 2004/2005 

Die dringenden Sanierungsarbeiten werden durchgeführt. 

2005

20.5
Eröffnung des renovierten Horner Bades. Das Bad erstrahlt in neuem Glanz.

 

(1) C. Maywald von der Bremer Bäder GmbH eröffnet das Bad (T. Anker - Bremer Bäder, C. Maywald, Brockmann) (2) P. Willers vom Förderverein "Unser Horner Bad" (v.l. Heise, Bremer Bäder; Brockmann - Bremer Bäder, Senator T. Röwekamp)

2006

Im Januar begann mit der Fällung der Pappeln am Jan-Reiners-Weg die Renovierung des Vorplatzes.

 

2008
Broschüre und Festveranstaltung zum 75-jährigen Bestehen des Horner Bades

2009
160000 Besucher im Horner- und Stadionbad

2010
In der Freibadsaison besuchten 187000 Besucher die Freibäder am Stadion, in Blumenthal und Horn (WK 5.9.10)

2014
24.7. Innensenator Mäurer beziffert gegenüber dem Beirat Horn-Lehe den Sanierungsbedarf des Horner Bades auf 4 Mio Euro. Aufgrund des Sanierungsbedarfs des Uni-Bades in Höhe von 18 Mio. Euro favorisiert er die Zusammenlegung der beiden Standorte als Kombibad im Bereich des Horner Bades.
Staatsrat Ingo Münch - später Chef des BKA - stellt im Beirat das neue Bäderkonzept vor; der Beirat spricht sich für die Variante Sanierung des Horner Bades und Neubau einer Schwimmhalle mit 50m-Bahn nahe des Horner Bades aus.
16.12. Der Senat beschließt den Neubau einer Schwimmhalle mit 50m Bahn am Horner Bad und die Sanierung des Horner Bades. Die Kosten werden - inclusive Sanierung des Westbades auf 32 Mio Euro beziffert.

2015
Der Innensenator sichert transparentes Bürgerbeteiligungsverfahren zu.
Juli: Beginn des Beteiligungsverfahrens

 

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